Ashtanga Yoga

28.10.2015,
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Ashtanga-Yoga ist eine dynamische, kräftigende Yoga-Form, die sowohl Geschmeidigkeit als auch Kraft trainiert, sowohl Anspannung als auch Entspannung beinhaltet, und die den Atem mit der Bewegung koordiniert.

 

Ashtanga kann körperlich sehr fordernd sein. Dabei wird jedoch jeder für sich entscheiden, wie sehr man sich anstrengen will. Für jede Übung gibt es Varianten, für den Anfänger bis hin zum Fortgeschrittenen.

Wörtlich übersetzt bedeutet das Acht Glieder

Ashtau = Acht

Anga = Glieder

Yoga ist eine der sechs Darshanas, der philosophischen Denklehren Indiens. Der Begriff Ashtanga geht auf Patanjali zurück, dessen Yoga Sutras das erste schriftlich überlieferte Dokument der klassischen Yoga-Philosophie darstellt. Wann genau Patanjali lebte, ist unbekannt. Die Schätzungen reichen vom 2. vorchristlichen bis zum 4. Jahrhundert n. Chr. Die Yoga Sutras gelten als philosophisches Basiswerk des Yoga. Patanjali definiert den achtgliedrigen Pfad folgendermaßen:

 

Yama - unsere Haltung gegenüber der Umwelt

Niyama - unsere Haltung gegenüber uns selbst

Asana - Praxis der Körperübung

Pranayama - Praxis der Atemübung

Pratyahara - Zurückziehen der Sinne

Dharana - Konzentration

Dhyana - Meditation

Samadhi - Abwesenheit aller Gedanken

Guruji:

“Yoga is an internal practice, the rest is just a circus.”

Drishti bedeutet Blick. Im Yoga ist Drishti jener Punkt, auf den sich der Blick während der Praxis richtet. Er ist ein für jedes Asana exakt definierter Fokussier- und Konzentrationspunkt.

 

So wie der gesamte Körper in einem Asana nach präzisen Vorgaben ausgerichtet ist, so ist auch der Blick auf ein bestimmtes Drishti gerichtet. Dabei wird nicht gestarrt, der Blick soll vielmehr sanft und entspannt sein. Drishti sorgt nicht nur für Konzentration, sondern auch für korrekte Ausrichtung vor allem der Halswirbelsäule.

 

Nasagrai- Nasenspitze

Ajna Chakra oder Broomadhya - Zwischen die Augenbrauen/Drittes Auge

Nabi Chakra - Nabel

Hastagrai - Hand

Padhayoragrai - Zehen

Parsva Drishti - Nach rechts

Parsva Drishti - Nach links

Angustha Ma Dyai - Daumen

Urdhva Drishti - Nach oben

Sarath Jois:

Drishti means gazing point. There are nine drishtis in the asana practice. If the drishtis indicated for the āsana is too difficult, one may always revert to nāsāgra drishti. With time and practice, the proper drishti for each posture will be possible.

Drishti improves concentration and brings about a realization of oneness during the practice. With the gaze focused in one place during our practice, we can be more present in the postures. This focus and awareness can carry over into our daily life.”

 Schau nicht herum. Schau in dich hinein.

So wie die einzelnen Asanas gelernt werden, so lernt man über die Jahre auch den „richtigen“ Blick, und der bedeutet während der Praxis: Drishti! Also nicht, wie wir das alle mit Sicherheit von uns selbst kennen: herumschauen, die anderen beobachten, die Bauchmuskeln des Nachbarn betrachten, die neue Yogahose der Vorderfrau bewundern, auf die Uhr oder auf das vor der Matte blinkende Handy schauen, vergleichen, was die anderen können oder nicht können.

 

Die exakt definierten und für jedes Asana vorgegebenen Drishtis helfen, den äußeren „Zirkus“ auszublenden, den Blick ruhen zu lassen und somit letztlich in sich selbst zu schauen und Konzentration zu finden. Neben der Ujjayi-Atmung und Asana, der korrekten Ausrichtung, ist Drishti eine der drei Säulen der Yoga-Asana-Praxis. Diese drei Konzentrationselemente heißen Tristana.

 

So wie das Hören nach außen mit der Ujjayi-Atmung gedämpft und nach innen gerichtet ist, wird mit Drishti das Sehen gelenkt.

 

Konzentration auf das Wesentliche

So wie der Atem die Bewegung mitdefiniert, so tut das bis zu einem gewissen Grad auch die Richtung des Blicks. Drishti schützt etwa vor einer Überdehnung der Halswirbelsäule und unterstützt die korrekte Haltung des Kopfes. Eine augenscheinliches Beispiel dafür ist der Aufschauende Hund: Vergleicht man bewusst Urdhva Drishti – falsches nach oben schauen, und Nasagrai – richtiges in Richtung Nase schauen, wird man nicht nur in der Halswirbelsäule, sondern im gesamten Körper den Unterschied feststellen. Mit dem richtigen Drishti stellt sich nicht nur Konzentration auf das Wesentliche, sondern auch ein besseres Gefühl für die richtige Stellung ein.

 

 

 

Bedeutet wörtlich übersetzt

"Der siegreiche Atem"

Ut - ausdehnen

Jaya - Sieg

 

Warum wir so atmen

Um den Körper zu erwärmen

um sich auf den Atem zu konzentrieren

um durch das Atemgeräusch in den exakten eigenen Rhythmus zu finden

Anga - Glied, Körper

Angushta - Großer Zeh

Ardha - Halb

Asana - Sitz, ruhig und bequem gehaltene Yoga-Stellung

Ashta - Acht

Baddha - Gebunden

Baka - Kranich

Bandha - Bindung, Verschluss

Bharadvaja - Bharadvaja (ein Weiser)

Bheka - Frosch

Bhuja - Arm, Schulter

Chakra - Rad, Kreis

Chikitsa - Behandlung, Therapie

Danda - Stab, Stock

Dhanura - Bogen

Dwi - Zwei

Eka - Eins

Garbha - Mutterleib

Gomukha - Kuhgesicht

Guru - Lehrer; Einer, der Andere aus der Dunkelheit zum Licht führt 

Hala - Pflug

Hasta - Hand

Janu - Knie

Kapota - Taube

Karna - Ohr

Karandava - Gänseart

Krouncha - Reiher

Kona - Winkel

Kurma - Schildkröte

Laghu - Klein 

Mantra - Silbe, Wort, Wortfolge mit transformativer Wirkung

Marichy - Marichy (Sohn Brahmas)

Matsya - Fisch

Matsyendra - König der Fische

Mayura - Pfau

Mukha - Gesicht

Mukta - Frei

Nadi - Nervenbahn

Nakra - Krokodil

Namaskar - Gruß

Nava - Boot

Nidra - Schlaf

Pada - Fuß

Padma - Lotus

Parigha - Verstrebung

Parivritta - Verdreht

Parsva - Seite

Parvata - Berg

Pasha - Schleife

Paschima - Westlich

Pida - Druck

Pincha - Feder

Pinda - Embryo

Prasarita - Gespreizt

Purva - Östlich

Raja - König

Roga - Krankheit

Salamba - Unterstützt

Samasthiti - Grundstellung

Sarva - Ganz

Sava - Leiche

Setu - Brücke

Shalabha - Heuschrecke 

Shanthi - Frieden

Shodana - Reinigung

Sirsa - Kopf

Supta - Schlafend

Surya - Sonne(ngott)

Tittibha - Insekt

Tri - Drei

Trikon - Dreieck

Ubhaya - Beide

Upavishta - Sitzend

Urdhva - Nach oben gerichtet

Ushtra - Kamel

Utka - Angespannt

Uttana - Intensive Dehnung

Utthita - Gestreckt, ausgedehnt, erweitert

Vajra - Donnerkeil

Vatayana - Pferd

Virabhadra - Virabhadra (Heerführer Shivas)

Vrishchika - Skorpion

Yoga - Einheit, Vereinigung, Joch

Yogi - Yoga-Praktizierender

Yogini - Yoga-Praktizierende