Frösche für die Blumen

08.11.2015,
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Manchmal hat man Glück. Manchmal findet man auf Flohmärkten in Kisten voller Krimskrams kleine kugelartige Gebilde aus dickem Glas und mehreren kreisförmig angeordneten, parallel zueinander laufenden Löchern. So mancher hat so ein Ding schon nachdenklich in den Händen gewogen und sich gefragt, was zum Teufel das denn sei. Kaum jemand weiß heute noch, dass es sich dabei um einen Blumenigel handelt, wobei im Fall der gläsernen Variante der Begriff nicht ganz dem Bild entspricht.

Bevor es jetzt aber ganz kompliziert wird: „Blumenigel“ ist der Überbegriff für wiederverwendbare Hilfsmittel, die das Arrangieren und Stecken von Blumensträußen erleichtern, ja eigentlich erst ermöglichen. Sie sind die Vorgänger der weniger attraktiven Steckschwämme und waren insbesondere in den USA und in Großbritannien bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts groß in Mode. Sie funktionieren folgendermaßen: Man versenkt das recht schwere Teil in der Blumenvase und steckt die Stiele der zu arrangierenden Blüten in die Löcher, sodass sie gut gehalten werden.


Die zweite Variante des Blumenigels ist aus Metall und schaut tatsächlich wie ein Stacheltier aus. Hier stecken die Blütenstängel zwischen den Metallstiften und werden auf diese Weise fixiert. Die gläsernen Blumenigel werden nicht mehr produziert. Die Metall-Igel bekommt man nach wie vor in allen erdenklichen Größen und Formen im gut sortierten Fachhandel. Ganz selten findet man auch Vasen, die dank eines durchlöcherten Einsatzes die Funktion des Blumenigels gewissermaßen schon eingebaut haben, derzeit etwa gibt es eine hübsche rechteckige Variante bei Christine Finks Blumenkraft.


Im Englischen nennt man die raren und von Sammlern stets gesuchten Accessoires gehobener Floristik übrigens Flower Frog. Warum, das weiß keiner mehr, aber die Geschichte der Dinger ist gut dokumentiert: Schon die Perser verwendeten Ähnliches im 13. Jahrhundert.

Blumenkraft. Schleifmühlgasse 4, 1040 Wien