Lausiger Sex

08.07.2015, gepostet von Ute,
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Folgender Dialog spielte sich in einer Trafik ab:

Kundin: "Bitte geben Sie mir den billigsten Tabak, den Sie haben."

Trafikantin (zieht zögernd ein braune Papierpackung hervor): "Der hier wäre der billigste. Wollen's den wirklich? Weil - gut ist der nicht ..."

Kundin: "Kein Problem. Ich will ihn ja nicht rauchen, sondern brauche ihn für einen Sud gegen Läuse. Es ist der Wahnsinn heuer."

Trafikantin (rückt sofort ein wenig ab): "Aha!" Und in vertraulichem Flüsterton: "Na, dann gehen Sie doch lieber in die Apotheke. Es gibt da ein Shampoo gegen Läuse, das wirkt sicher besser!"

Die Vorstellung, mehrere hundert zentimeterkleine Rosenknöspchen einzeln mit Kopflausshampoo zu bearbeiten, ist entzückend, bringt uns aber nicht wirklich weiter

 

Mücke oder Laus

 

Nächster Dialog, weil Läuse sind derzeit offenbar Gesprächsthema:

Gartenneuling: "Irgendjemand müsste einmal recherchieren, was Mücken und Läuse miteinander zu tun haben."

Gartenfex: "Biologisch, symbiotisch oder - wie?"

Gartenneuling: "Na, wenn irgendwo viele Blattläuse sitzen, sitzen fast immer auch so kleine Mücken dazwischen. Ich frage mich, was die dort miteinander treiben. Es handelt sich um ein für mich noch nicht entschlüsseltes biologisches Phänomen, das ergründet werden sollte."

Keine Zeit für Lauseriche

Die Antwort folgt stehenden Fußes: Blattläuse, wie sie derzeit in für Gärtner eindeutig unerfreulichen Massen so gut wie überall, wo es grünt, anzutreffen sind, durchlaufen vier ungeflügelte Larvenstadien. In jedem derselben geben sie sich ihrer Hauptbeschäftigung hin, und die heißt Pflanzensaft trinken und Rosenzüchter ärgern. Zwischendurch, in ihrem kurzen Leben von vier Wochen, werfen sie 40 bis 80 junge Läuse und zwar ohne Befruchtung. Die Insekten gebären jungfräulich, sie klonen sich sozusagen unverdrossen selbst, weil angesichts ihrer zahlreichen Feinde haben die gar keine Zeit, um auf Lauseriche zu warten, wenn sie nicht aussterben wollen.

Im Frühling nur Weibchen

Auf diese Art und Weise bringen es Blattläuse innerhalb eines Jahres auf 13 bis 16 Generationen, wobei die längste Zeit über nur Weibchen entstehen. Im Spätsommer und Herbst bildet dann gelegentlich eine von ihnen Flügel aus, um schwirrend auf einen anderen Pflanzenwirt zu wechseln. Nach gründlichem Studium diverser wissenschaftlicher Schriften - die entsprechend unverständlich abgefasst wurden - scheinen die geflügelten Lausinnen diejenigen zu sein, die sich dann auf der neuen Wirtspflanze mit Lausmännern umtun, um für das nächste Jahr vorzusorgen. Die befruchteten Eier werden angeklebt und überdauern auch kalte Winter. Im Frühling schlüpfen wieder ausschließlich Weibchen und das Spiel wiederholt sich.

 

Wenn aber die geflügelten Läuse normalerweise erst im Herbst erscheinen - was sind dann die "Mücken" im Frühling? Die Antwort lautet: Sie sind ebenfalls Lausinnen. Denn: Bei Überpopulation warten die smarten Tierchen  nicht auf die Paarungssaison, sondern nutzen die Gunst der Stunde und schwirren vorzeitig ab. Dasselbe passiert in Windeseile, wenn Feinde, wie Marienkäfer, angreifen. Dann werden Duftstoffe ausgestoßen, die den beflügelnden Prozess beschleunigen. Resultat: Blattläuse, Blattläuse, Blattläuse. Zumindest  Singvögel, Ameisen, Marienkäfer freuen sich darüber. Und tatsächlich, wenn viele von ihnen da sind, machen Läuse keine Scherereien.

 

Ohne Gift geht's genauso
Gegenstrategien

Giftspritzen im Falle der Blattlaus ist komplett überflüssig, weil es zig andere Methoden gibt, der Plage Herr und Herrin zu werden. Hier ein paar oft erprobte und für gut befundene Beispiele.


Scharfer Wasserstrahl zum Zwecke des Läuse-Hinfortspülens.


Kräftige Stinkedusche mit verdünnter Brennnesseljauche.


Bad mit Öl-Emulsion

5L Wasser

90 ml Öl, am besten Neemöl, aber auch Speiseöl funktioniert

Ein paar Tropfen Spül- oder Netzmittel

Schütteln und tropfnass aufsprühen


Bad mit Schmierseife & Spiritus

30 g Schmierseife

30 ml Spiritus

1L Wasser

Und hinfort mit ihnen.....