Möglicherweise ist es manchen von Ihnen im Vorübergehen bereits aufgefallen: Wer über die Lande fährt, sieht derzeit streckenweise alles in Rosarot. Es ist eindeutig das Jahr der Saat-Esparsette, einer der zierlichsten unter den wilden Blumen. Ganze Esparsetten-Felder überziehen die Landschaft mit wippendem Rosa, und das allein ist schon ein hübscher Anblick. Doch wer ganz genau hinschaut, gewissermaßen vor der Pflanze in die Knie geht, wird auch von der Architektur der anmutigen Schmetterlingsblüte verzückt sein. Ihre Konstruktion ist zart, kompliziert geschwungen und von feinsten dunkelrosa Streifen durchzogen.

Die Saat-Esparsette ist ein Beispiel dafür, dass Wildblumen viel zu wenig Beachtung finden, auch in den vermeintlich kultivierten Gärten, obwohl sich das gerade ändert. Denn eine schönere Blüte muss man erst einmal finden. Die bis zu einem Meter hohe Pflanze blüht von Mai bis Juli. Sie wurzelt an die vier Meter tief, steckt also Trockenheit locker weg und versetzt den Boden zudem mit Stickstoff.

An den Blüten laben sich 25 Wildbienenarten, zudem Schwebfliegen und Falter, an den Blättern die Raupen von 23 Schmetterlingsarten, wie etwa diverse Bläulinge und Widderchen.

Ausgraben und in den Garten verpflanzen funktioniert aufgrund der tiefen Wurzel meist nicht, es empfiehlt sich vielmehr, die Onobrychis viciifolia via Samen auszustreuen, was idealerweise im Frühjahr, spätestens bis Juni erfolgt. Der Standort sollte warm, trocken und eher nährstoffarm sein. Die Pflanze macht sich gut in Steppenbeeten und Kiesgärten, etwa in Kombination mit Ziergräsern, Steppensalbei, Ysop und ähnlichen Stauden und ist mehrjährig.

Wer sie einmal etabliert hat, darf sich über Nachwuchs freuen. Die Samen bekommt man auch zu kaufen. Früher wurde die Saat-Esparsette als Futterpflanze für das Vieh geschätzt. Die unkomplizierte Pflanze will Wärme und Sonne, sie verträgt nur eines nicht, zu feuchte Böden.