Kaum eine Wiese, kaum ein Ackerrain unter der Sommersonne, in der nicht die schöne Blüte der Wiesen- oder Acker-Knautie schaukelt. Gerne 80 Zentimeter schießen die Blütenstiele aus recht unscheinbaren Blattrosetten in die Höhe und tüpfeln helle lila Punkte in die Oberfläche des Wiesengewoges. Bekannt ist die Pflanze als Knopfblume, vor allem aber unter dem kuriosen Namen Witwenblume.

Wer genau hinschaut, wird in den Blütenköpfen so gut wie immer ein paar Insekten vorfinden: Winzige Fliegen, diverse Wildbienenarten, Käfer und Schmetterlinge. Einsam ist diese Witwe also eher selten, und auch im Garten macht sie sich recht gut, etwa in hohen Blumenbeeten, vor allem aber in Steppengärten, in Kiesbeeten und in wilder durchmischten Pflanzenzonen mit allerlei Gräsern und Ähnlichem. Da die Witwenblume mehrjährig und völlig anspruchslos ist, hat man jahrelang Freude an ihr. Nur zu feucht sollte sie nicht stehen, das mag sie nicht. Im Idealfall jedoch blüht sie sehr lange und kräftig,

und sie streut sich auch aus und vermehrt sich über Samen. Die kugeligen Samenstände sind übrigens wunderschön, und wenn es später im Herbst Reif gibt, sollte man hinausgehen und sie ganz genau betrachten. Es bilden sich sensationelle Kugelgebilde mit feinen Mustern, und wenn das Eis geschmolzen ist und die Sonne scheint, hängen an jeder Spitze dieser Kugel kleine Glitzertröpfen.

Doch zurück in den Sommer. Die Knautien sind eine artenreiche Pflanzengattung, und sie werden traditionell in ihrer wilden Form in den Gärten kultiviert, obwohl die heimische Art etwas aus der Mode gekommen ist. Denn wer es knalliger gefärbt mag, sät die zugegebenermaßen prächtige dunkellila Variante aus Mazedonien aus. Die heißt denn auch Knautia macedonica. Verwechseln kann man die Knopfblume recht leicht mit manchen Arten der Skabiosen, was aber gar nichts macht, denn die beiden wachsen gerne in Gemeinschaften.