Heuer soll es Hirse im Garten geben. Nicht, weil ich im Herbst Perlhirse, Zuckerhirse und Longiseta dreschen will, sondern weil damit Vogelfutter im Garten wächst. Wir werden sehen, welche Vögel diese Speise schätzen. Ich hoffe auf die Turnereien von Schwanzmeise, Distelfink & Co, und das erklärt auch die bunte Sortenwahl. Außerdem ist die Hirse eine interessante und imposante Pflanze, gerade recht für einen Platz an der Sonne und in trockenen Gefilden. Aus Gründen der Ungeduld wurden die drei Hirsesorten vorgezogen, allerdings mit einer ebenfalls experimentellen Methode, die sich Saatschnecke nennt und so bewährt hat, dass ich nie wieder zur Einzeltöpfchenkultur zurückkehren werde.

Sie funktioniert folgendermaßen: Eine Folie, idealerweise gebrauchte Noppenfolie, wird zu einem Streifen geschnitten und aufgelegt. Sodann packt man Anzuchterde darauf, nicht zu viel, nicht zu wenig. Nun kommen die Samen in entsprechender Distanz zueinander und in jeweils passendem Abstand zum oberen Ende aufgelegt. Letzterer entspricht der Saat-Tiefe. Schließlich wird der Folie-Erde-Saatgut-Sandwich aufgerollt und mit einem Stück Klebeband der Wahl fixiert. Die Saatschnecken stehen zwar auch von allein, sicherheitshalber wurden sie hier in passende Töpfe gesteckt.

Idealerweise kommt alles in ein Miniglashaus und wird leicht angegossen. Sobald die Keimlinge reif für das Pikieren, also für ein Umbetten in Töpfchen oder das Aussetzen im Freien sind, rollt man die Schnecke wieder auf und hat sofort Freude daran. Denn die Pflanzen samt Wurzeln lassen sich leicht packen und versetzen. Die Methode ist eindeutig ein Erfolg. Man spart unendlich viel Platz und die Handhabe der Winzlinge ist deutlich vereinfacht.